28.10.2020

Heute fühle ich mich ein bisschen besser, kein Wunder, es ist der Festtag des Heiligen Judas Thaddäus. Der Heilige Judas Thaddäus ist nicht nur der Bruder von Simon dem Eiferer und ein verdienter Missionar in Syrien, Türkei und Armenien gewesen, sondern hauptberuflich der Schutzheilige für hoffnungslose Fälle und große Anliegen. Dargestellt wird er meist mit jener Keule, mit der die undankbaren Syrer ihn erschlagen haben. Insofern ist Judas Thaddäus noch angenehmer zu betrachten als der Apostel, der gehäutet wurde und nun stets seine zusammengerollte Haut wie eine Blaupause bei sich trägt. Mario Bergoglio (Papst Franziskus) und ich überlegen ja immer noch, wie wir einem gewissen Top-Virologen (der zu bescheiden ist, oft genannt werden zu wollen) das Martyrium bereiten können, damit endlich die Vakanz des Patronats für exzessiven Samenerguss gefüllt werden kann. Allein der Gedanke an meine lieben Heiligen stimmt mich fröhlich und ich bin entschlossen, mir einen gelassenen Tag zu bereiten.

Schlimm ist, wenn man einmal angefangen hat nachzudenken, kann man gar nicht wieder einschlafen. Das ist das Schreckliche am deutschen Wesen, dieses ewige Zweifeln und Nachgrübeln. War der zweite Weltkrieg wirklich so schlimm? Sind die Lebensmittel bei Aldi nicht viel zu teuer? Warum wächst der Regenwald in Brasilien und nicht bei uns, wo wir besser auf ihn aufpassen könnten? Wollen wir wirklich Gas beim Russen kaufen, der genau so schlimm ist wie der Amerikaner, bei dem wir es sonst kaufen würden? Der Deutsche muss sich und alles immer hinterfragen. Das tut der Engländer nicht, bis auf die Sozialisten aus der Labour-Partei. Gottseidank hat Gerhard Schröder die Sozialdemokratie in Deutschland abgeschafft. Das wäre ja noch schöner, wenn es eine linke Partei in Deutschland gäbe! So ist alles aufs Vortrefflichste geregelt: diejenigen, die regieren wollen, gehen in die CDU, und menschliche Wracks und Totalversager, die ansonsten auf der Straße betteln müssten oder Gesamtschulunterricht geben, gehen in die SPD, da können sie keinen Schaden anrichten. Obwohl Kai Lauterbach sein Bestes tut. Er stellt so vortrefflich in Sprache und im Geiste einen eitlen Esel dar, der durch die Eselsprüfung gefallen ist, dass er eigentlich wieder in die CDU eintreten müsste. Nein, ich mache ja nur Spaß und lasse ein bisschen Dampf ab, in diesen trostlosen Zeiten. Die Amerikaner haben machtbesessene und korrupte und nutzlose Politiker, die Engländer haben machtbesessene und korrupte und nutzlose Politiker, die Franzosen haben machtbesessene und korrupte und nutzlose Politiker, die Chinese haben machtbesessene und korrupte Politiker, aber wir, Michel im Glück, haben Merkel.

Am meisten Bammel vor dem neuen Lockdown (Codename ‚Wendehammer‘) von allen im Haus hat die Katze. Der schlanke und eingebildete Kater von der Mietbaracke (ein misslungenes Sozial-Experiment), wir nennen ihn Kai Lauterbach, hat ihr das Revier geklaut. Konkret: Kai Lauterbach hat bei uns in alle Ecken des Gartens gepisst, so dass die Katze nicht mehr nach draußen kann und ergo nur noch frisst und auf dem Sofa rumgammelt. Die Corona-Wampe vom letzten Mal ist ihr noch in unguter Erinnerung. Es hat Wochen gedauert, bis sie sich das alles wieder weggekotzt hat. Danke Kai Lauterbach!

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