Tagebuch

Quote of the Day

„We turned our backs on civilization. Had we known, we might have lingered with ‚Palinurus‘; had we known that all that seeming-solid, patiently built, gorgeously ornamented structure of Western life was to melt overnight like an ice-castle, leaving only a puddle of mud; had we known man was even then leaving his post.“

 – Evelyn Waugh (When the Going was Good)

An all die neuen germanischen Helden!

„Unser Grab erwärmt der Ruhm.
Torenworte! Narrentum!
Eine bessre Wärme gibt
Eine Kuhmagd, die verliebt
Uns mit dicken Lippen küsst
Und beträchtlich riecht nach Mist.
Gleichfalls eine bessre Wärme
Wärmt dem Menschen die Gedärme,
Wenn er Glühwein trinkt und Punsch
Oder Grog nach Herzenswunsch
In den niedrigsten Spelunken,
Unter Dieben und Halunken,
Die dem Galgen sind entlaufen,
Aber leben, atmen, schnaufen,
Und beneidenswerter sind,
Als der Thetis großes Kind –
Der Pelide sprach mit Recht:
Leben wie der ärmste Knecht
In der Oberwelt ist besser,
Als am stygischen Gewässer
Schattenführer sein, ein Heros,
Den besungen selbst Homeros.“

– Heinrich Heine (Epilog)

Muchos Alemanes!

„Ich habe in Playa de Aro einen Hoteldirektor erlebt, der morgens mit ausgebreiteten Armen in den Speisesaal geschritten kam und mit dem Ruf  >>Muchos Alemanes!<< die frühstückenden deutschen Gäste einen nach dem anderen zu umarmen begann. Um genau zu sein: Nur die Damen wurden umarmt, die Herren erhielten einen Klaps auf den Rücken.“

– Bernhard Schulz (Picknick am Mittelmeer)

Ein Gegengewicht der Ruhe

„Überdies ich bin kein fleißiger Arbeiter. Ich bin es absolut nicht, ja mir liegt der Gedanke fern, daß Schreiben eine Arbeit ist, und schon der bloße Verdacht würde es mir verleiden. Arbeit ist Dinge tun, die man nicht gern tut; und diese Erfahrung habe ich zwanzig Jahre lang gemacht, während das Schreiben für mich ein Gegengewicht der Ruhe und der Freude für mich war. <<Ich tue nichts ohne Freude>>, sagt Montaigne, und seine Essays sind das heiterste Buch, da je geschrieben worden ist. Auch wenn die Dinge, über die man schreibt, bitter, schmerzhaft und beängstigend sind, ist das Schreiben immer eine Freude, stets ein <<Zustand der Gnade>>. Oder man ist ein schlechter Schriftsteller. Und nicht nur Gott weiß, ob es die gibt und wie viele, auch die Leser wissen es.“

– Leonardo Sciascia (Das Hexengericht)